jeden kann es treffen

 

Diese Seite ist Ina Kutscher gewidmet, deren Leben sich am 11. September 2000
um 18.15 Uhr schlagartig veränderte... 

 

stuhl1725

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Mein Name ist Ina Kutscher und ich erlitt am 11.September 2000
einen schweren Autounfall. Ich möchte Ihnen von dem Tag an dem
ich fast mein Leben verlor erzählen.

Es war ein ganz normaler, stressiger Montag.
Um 18.15 war ich mit dem Auto auf dem Weg von der Arbeit nach Hause.
Ich kam zu einer scharfen auf 70 km/h begrenzten Kurve.
Was dann geschah, erlebte ich in einem unbeschreiblichen Chaos.

Ein Wagen flog mir auf meiner Fahrbahnseite mit wahnsinniger
Geschwindigkeit entgegen und schlug in meiner Fahrerseite ein.
Er war mit 140 km/h in die Kurve gefahren.
Der Fahrer verlor die Kontrolle und eine Bodenwelle brachte sein Auto
zum Abheben.
Mein Bein, das Becken, mein Arm brachen, meine Milz und die Leber riss.
Ebenfalls Rippen, die Nase und mein Kopf erlitten schwere Brüche und
Verletzungen.
In der Nähe des Unfallortes hat Die Freiwillige Feuerwehr Rüthen ihre Wache.
Sie hörten den Knall und machten sich direkt auf den Weg.
Sie schnitten mich aus den Wagen und hielten mich solange am Leben,
bis der Rettungshubschrauber kam.

Dann kämpften die Ärzte um mein Leben.
Durch die akuten inneren Blutungen war lange nicht klar,
ob ich es schaffen würde.

Den Tag, als ich das Erste Mal die Augen wieder aufmachte,
werde ich wohl nie vergessen.
Einer der Ärzte, die mich am 11. September operiert hatten,
saß neben meinem Bett.
Als er bemerkte, dass ich die Augen öffnete, sprang er auf,
lachte und sagte:
“Oh Gott sei dank, da ist sie ja wieder!” Ich fragte ihn:
”Waren sie dabei? Haben sie mir geholfen?” und er sagte 
“Ja- man, man, man, haben sie uns auf Trab gehalten,
dass werde ich wohl nie vergessen!”

Alles was ich sagen konnte war “Danke”.

Nach dem Krankenhaus besuchte ich meine Retter in der Feuerwehrwache.
Sie erzählten mir sichtlich erschüttert, wie sehr sie gefürchtet hatten,
mich zu verlieren.
Und noch etwas sagten sie mir,
- seit 20 Jahren war ich die Erste die sich bedankt hat.

Aber ohne sie hätte ich doch nicht überlebt...

Sie haben zu mir in dem Wrack gesprochen, sie haben mich beruhigt,
sie waren in meiner Nähe, haben meine Hand gehalten, haben mich nicht aufgegeben,
haben mich immer wieder ins Leben zurückgeholt.
Obwohl ich nicht klar bei Bewusstsein war, hab ich ihre Stimmen, ihre Nähe,
ihre Hände gefühlt und gehört.

Danke, dass sie bei mir waren, in der schwersten, schmerzhaftesten, dunkelsten,
verworrensten, hilflosesten Stunde meines Lebens.

Feuerwehrmänner, Ärzte, Rettungssanitäter, Ersthelfer, soviel Mut und Tatkraft,
so viele Bilder mit denen sie leben müssen.
Soviele sinnlose Tote und Schwerverletze. Was für eine Qual muss dass sein.

Noch nie hab ich Menschen getroffen, die so selbstverständlich und so bescheiden
so großartige Dinge tun.
Noch nie fehlten mir Menschen gegenüber so die Worte- helfen Sie mir,
-wie sagt man Danke für sein Leben?

Danke, dafür dass ich dieses wunderschöne Leben noch genießen darf,
den blauen Himmel noch sehen kann, das Meer riechen,
Musik hören, die Sonne fühlen, besondere Menschen treffen,
den Regen spüren, meinen Körper fühlen, tanzen, Kuchen schmecken, lachen....
all diese wunderbaren Dinge-

Das Leben, das wundervollste und zerbrechlichste Geschenk was Gott uns gemacht hat.

Ich möchte Gott danken, dass es Menschen wie sie gibt
und dass ich das Geschenk des Lebens
mit Ihrer und Gottes Hilfe ein zweites Mal bekommen habe.


Ina Kutscher
(Initiatorin)

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